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  folgenschweres SH-Antikorruptionsgedicht v. Johann Conrad Peyer
21.06.2009 von josef

Das Problem der Schaffhauser Justiz sitzt tief, da sich Johann Conrad Peyer anno 1748 folgendermassen damit auseinandersetzen musste:

wie es war und noch ist, verfertigt im Jahr 1748, von Junker Ratsherr Peyer, im Thürmlein; vom Verfasser seinem Freund, Herrn Diacon und Professor Johann Melchior Hurter, in der 9ten Ehegerichtssitzung übergeben.


Mein Freund, wie heißt der Staat wo Redlichkeit verscheuchet,
Und nur der Böswicht gilt, der vor den Großen schleichet?

Wo man die Kunst versteht durch schlaues Prozessieren,
Die Diebe zu befreyen und Huren zu laviren;

Und wo im Gegentheil der Mann von Biderkeit
Die Rach des Richters trift für seine Offenheit?

Wo man das Urtheil nur zu Gunst der Vettern spricht;
Und oft der dümmste Kopf hoch sitzet im Gericht,

Wo man den weise nennt, der Schelmereyen übt,
Und der gehasset wird, der strenge Ordnung liebt ;

Wo man des Eides lacht, und nur zum Scherz ihn leistet?
Wo Alles ungestraft zu stehlen sich erdreistet,

Der Staat ohn' innern Wert, und der nur glänzt von außen?
Mein Freund, was räthst du lang?
kennst du denn nicht Schaffhausen?


In der Webseite von Gerhard Ulrich http://www.appel-au-peuple.org/ findet sich ein Verslein des seligen Bö (Nebelspalter-Karikaturist, Dr.hc der Universität Zürich und Ehrenbürger von Waltalingen ZH):
Wänn's Ross vom Amt
mit Tüfels Gwalt
uf Taschte trampt,
dänn tschäderets halt.




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